Michael Heinemann
Die Bach-Rezeption von Franz Liszt
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(Musik und Musikanschauung im 19. Jahrhundert 1)Mit zahlr. Notenbeisp., 275 S., 24 * 17 cm, Broschur |
Heinemanns Studie verbindet eine Dokumentation der Bach-Pflege Liszts mit Analysen seiner auf Bach bezogenen Werke. Sie beleuchtet damit einen zentralen Aspekt des Lisztschen Schaffens und zugleich ein für die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts wichtiges Kapitel der Bach-Rezeption.
Franz Liszts
intensive Auseinandersetzung mit «alter Musik» - insbesondere mit
dem uvre Johann Sebastian Bachs - wurde in der bisherigen Forschung wenig
beachtet. Zum einen nahm Liszt als Pianist immer wieder Bachs Werke in seine
Programme auf, zum anderen knüpfte er kompositorisch unmittelbar an
einzelne Werke des Thomaskantors an. So bilden Formkonzepte und thematisches
Material Bachscher Kantaten das Raster für Listzs
Weinen, Klagen -Variationen, kontrapunktische und harmonische Modelle
bestimmen die Phantasie und Fuge über B-A-C-H ,
und der Aufbau des Weihnachtsoratoriums ist Vorbild für Listzs
Legende von der hlg. Elisabeth . Liszts
Annäherung an Bach wurde an Czernys und Forkels Auffassungen geprägt,
seine B-A-C-H-Kompositionen greifen Fugentechniken seines Pariser Lehrers Anton
Reichas auf.
So verbindet die noch von Carl Dahlhaus angeregte Studie eine
Dokumentation der Bach-Pflege Liszts mit eingehenden Analysen seiner auf Bach
bezogenen Werke. Sie beleuchtet damit nicht nur einen zentralen Aspekt des
Lisztschen Schaffens, sondern zugleich ein für die Musikgeschichte des 19.
Jahrhunderts eminent wichtiges Kapitel der Bach-Rezeption.
«In der ästhetischen Einordnung von Liszts Verhältnis zur Historie schließlich entfaltet Heinemann - und das ist zugleich die Quintessenz seiner Dissertation - mit instruktiven Rahmenbegriffen noch einmal die Theorie von Liszts verschiedenen, indes sukzessiv aufbauenden und zunehmend subjektiveren Rezeptionsmodi der Musik Bachs. [...] Neben der Verarbeitung der gesamten einschlägigen Literatur, mit der sich Heinemann souverän auseinandersetzt, [...] gehört es zu den besonderen Auffälligkeiten der Studie, dass freie Forschungsfelder wie nebenbei in den Blick genommen und die Desiderata noch im Detail formuliert werden. [...] So ist die Publikation jedem, der sich mit der aspektenreichen Bach-Rezeption Liszts bzw. den Hintergründen von dessen (Orgel-) Schaffen auseinandersetzen will, nachdrücklich zu empfehlen.» ( Ars Organi 1/1996)



