Andreas Sieling
August Wilhelm Bach (1796-1869)
Kirchenmusik und Seminarmusiklehrerausbildung in Preußen im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts
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(Berliner Musik Studien 7)Mit Werk- und Schriftenverzeichnis sowie einem Abdruck wichtiger Dokumente, 233 S., 24 * 17 cm, Hardcover |
Diese Monographie über den preußischen Organistenmacher August Wilhelm Bach gibt zugleich Auskunft über die Entwicklung der musikalischen Grundausbildung in Preußen.
«In meinem
zehnten Jahre wurde ich an die Orgel gebunden und habe sie nicht mehr lassen
können.» August Wilhelm Bach war Organist, Pädagoge,
Kirchenmusiker, Orgelsachverständiger, Komponist und Autographen-Sammler.
In den über 50 Jahren seines Wirkens übte er entscheidenden Einfluss
auf das Berliner Musikleben, auf die Ausbildung von Organisten und Musiklehrern
und auf den Orgelbau in Preussen aus; zu seinen 430 Schülern gehörten
Felix und Fanny Mendelssohn, Julius Stern, Otto Nicolai, Carl August Haupt und
August Gottfried Ritter.
Sielings Monographie geht auf alle Aspekte von A.
W. Bachs Wirken ein: auf Bachs Ausbildung und Konzerttätigkeit, auf sein
Orgelspiel, seinen Unterricht, seine Vorstellungen vom Bau und Klang der Orgel
und seine Kompositionen. Der Autor schildert die Situation an den
Ausbildungsinstitutionen, er verfolgt die Entwicklung des Orgelbaus in Preussen
und lässt dabei auch die Kritiker Bachs zu Wort kommen.
Was A. W.
Bach 1829 über die Kunst des Orgelbaus schreibt, könnte für sein
gesamtes Wirken stehen:
«so ist es doch unsere Pflicht, dasjenige zu
erhalten zu streben, was wir an Kunstwerken der frühren Zeit
besitzen.»
«... Sieling beschreibt nicht nur die einzelnen Stationen und Tätigkeitsfelder Bachs, sondern versucht auch, sie in einen größeren Kontext einzuordnen. ... Die Darstellung hat dort ihre unzweifelhaften Stärken, wo Sieling sich die vielfältigen Originalquellen aus verschiedensten Archiven zunutze macht oder genau dokumentiert.» (Michael Kube in Musik und Kirche 4/1998)
«A. W. Bach war ein Musiker des Übergangs, mit eher konservativer Haltung, was Orgelästhetik, Spielpraxis und Komposition betrifft. ... [Es] gelingt dem Autor, die Orgel- und Kirchenmusik des frühen 19. Jahrhunderts in Preußen als eine Epoche des Schon und Noch nicht zu kennzeichnen. Man komponiert schon ein wenig romantisch, was die Harmonik betrifft, und bleibt doch in der barocken Form. Man disponiert schon Schwellwerke in den Instrumenten, wünscht aber dennoch eher einen mixturbetonten denn einen von den Grundstimmen gefärbten Orgelklang usw. Sieling gelingt es ..., dem Leser durch die exemplarische Auseinandersetzung mit einer Musikergestalt, einen lebendigen Eindruck der Musikepoche des frühen 19. Jahrhunderts in Berlin und Preußen zu vermitteln. Gerade dieses Konzept und der gute Überblick, den man von diesem eher unbekannteren Abschnitt der Musikgeschichte gewinnt, sind an dieser Dissertation besonders lobend zu erwähnen.» Stefan Ulrich Kling in Württembergische Blätter für Kirchenmusik 3 (1996).



