Jörg Jewanski

Ist C=Rot?

Eine Kultur- und Wissenschaftsgeschichte zum Problem der wechselseitigen Beziehung zwischen Ton und Farbe. Von Aristoteles bis Goethe

Abbildung folgt
(Berliner Musik Studien 17)

689 S., 24 * 17 cm, Broschur mit Fadenheftung

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ISBN 978-3-89564-045-2

Inhalt >>>

Ziel dieser interdisziplinär angelegten musikwissenschaftlichen Dissertation ist es, über einen Zeitraum von 2000 Jahren die Beziehung von Farben und Tönen möglichst umfassend darzustellen.
Der Gang durch die Kulturgeschichte der Menschheit beginnt bei den universalistischen Symbolverknüpfungen der Frühgeschichte, führt über die auf der Zahl 7 basierende Farbe-Ton-Zuordnung bei Aristoteles und findet seinen Schwerpunkt in der Aufarbeitung der Diskussion im 16.-18. Jahrhundert. Hier wird die Abhängigkeit von antikem Gedankengut und die weite Verbreitung von Analogiebildungen deutlich, die sich als Summe von astrologischen, zahlensymbolischen, philosophischen, religiösen und alchimistischen Spekulation erweist.
Erst im 18. Jahrhundert wurde die Farbe-Ton-Beziehung auf die Kunst im Sinne einer Farbenmusik transferiert. Mit Goethes Geschichte der Farbenlehre von 1810 bricht die Kenntnis der heftigen Diskussion früherer Zeiten ab.

Pressestimme

«Lassen sich Farbe und Ton miteinander vergleichen? Gibt es Prinzipien, die eine konkrete Farbe-Ton-Zuordnung rechtfertigen? Fragen, die immer wieder in den verschiedensten Disziplinen behandelt wurden. Geistes- und Naturwissenschaftler, Psychologen, Pädagogen, aber auch Musiker, Maler und Dichter waren fasziniert von der Idee einer Farbe-Ton-Analogie: Experimente wurden an-, Theorien aufgestellt, Farbenmusiken erdacht und realisiert, Instrumente wie z. B. Farbenklaviere konstruiert.
Es ist klar, dass eine solch vielfältige und interdisziplinäre Thematik kaum in einem einzigen Buch dargestellt werden kann. Jörg Jewanski nimmt deshalb eine zeitliche Eingrenzung vor, indem er die Geschichte der Farbe-Ton-Beziehung von Aristoteles bis Goethe, also von ihren Anfängen bis zum beginnenden 19. Jahrhundert, untersucht. Für diesen Zeitraum will er die ‹bisher umfassendste Aufarbeitung› des Themas liefern, und es gelingt ihm, bis heute kaum wahrgenommene Traditionslinien aufzudecken. Neben den bekannten Zuordnungen etwa von Kircher, Newton oder Castel gab es nämlich eine Vielzahl weiterer, untereinander in Beziehung stehender Analogieversuche. Der Autor weist nach, dass zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Ländern unterschiedliche Zuordnungen vorgenommen wurden und somit die Frage nach einer allgemein gültigen Farbe-Ton-Analogie mit Nein beantwortet werden muss.
Diese Feststellung allein ist an sich nicht neu. Doch indem Jewanski die jeweiligen Ansätze in den Wissensstand ihrer Zeit einordnet und im historischen Kontext betrachtet, gelangt er zu neuartigen Bewertungen. Auch hat es bislang noch keine so übergreifende Darstellung der Geschichte der Farbe-Ton-Beziehung gegeben. Das Literaturverzeichnis der Studie ist für den gewählten Zeitraum die ‹wahrscheinlich weltweit umfangreichste Bibliographie›. Es erweist sich als Fundus für alle grundlegenden Farbe-Ton-Publikationen, auch für zahlreiche, bisher unbekannte oder in diesem Zusammenhang noch nicht ausgewertete Werke. Jewanski hat sie gesammelt, gesichtet und verarbeitet. Er bringt viele Zitate, so dass seine Dissertation zudem ein wertvolles Quellenbuch darstellt. [Insgesamt] stellt sich die Dissertation als unverzichtbares Kompendium dar, das als Standardwerk in jeder Universitätsbibliothek greifbar sein sollte.» (Barbara Kienscherf in Fono Forum 2/2000)

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