Rebecca Grotjahn
Die Sinfonie im deutschen Kulturgebiet 1850 bis 1875
Eine grundlegende Studie über die Rolle der Sinfonie im Musikleben der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, über soziale und gesellschaftliche Konditionen des Konzerts, über zeitgenössische Vorstellungen von der Gattung Sinfonie und das Repertoire der Konzertprogramme.
Die Zeit zwischen
1850 und 1875 gilt gemeinhin als «tote Zeit» (Carl Dahlhaus) in der
Geschichte der Gattung Sinfonie. Stützt sich diese Auffassung vor allem
auf Werturteile über die in dieser Zeit komponierten Werke, so geht die
vorliegende Arbeit von einem erweiterten Gattungsbegriff aus, zu dem auch die
Funktion der Sinfonik im Musikleben sowie die zeitgenössischen
Auffassungen von der Ästhetik und den Normen der Gattung zählen.
Gefragt wird zunächst nach der institutionellen Basis der Gattung: Welche
Eigenschaften prägen das öffentliche Konzert im Hinblick auf
Organisations- und Wirtschaftsform, Zweckbestimmung und Verbreitung? Im
Anschluss daran wird die Bedeutung der Sinfonie innerhalb der Institution
Konzert untersucht: Welche Rolle spielt sie in den Programmen, und wie ist das
Verhältnis der zeitgenössischen Sinfonie zu den klassischen Werken?
Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den Vorstellungen von der Gattung, die im
öffentlichen Bewusstsein der Zeit lebendig waren, und bezieht diese auf
die Funktion der Gattung im Musikleben.
Der Anhang enthält unter
anderem zwei umfassende Verzeichnisse sinfonischer Novitäten und ihrer
Aufführungen im untersuchten Zeitraum, die zusammen mit dem detaillierten
Orts- und Personenregister einen bequemen Zugriff auf die gebotenen
Informationen ermöglichen.
«Absoluter Hit des fraglichen Zeitraums ist Gades 4. Sinfonie gewesen, gefolgt von Stücken Rubinsteins und Lachners. Eine hoch interessante Liste mit über 500 sinfonischen Werken (Komponist, Entstehungszeit, Verlag, knappe Hinweise auf Besonderheiten), in der auch der größte Spezialist auf diesem Gebiet noch Unbekanntes finden wird, und ein Aufführungsverzeichnis sinfonischer Novitäten (chronologische Auflistung) schließen das Buch ab.» (Georg Günther in Das Orchester 5/1999)
«However, when scholars and journalists address such questions in future they will be grateful for Grotjahns meticulously researched and presented study of the conditions operating in Germany at the time.» David Fanning in Die Musikforschung 53 (2000).
«On ne saurait que recommander au lecteur ce travail rigoureux, parfaitement documenté, qui éclaire une période méconnue de lhistoire de la symphonie. Lune des originalités de cet ouvrage réside, de surcroît, dans le fait quil parvient à concilier très pertinement lanalyse statistique et lapproche historique de la musique.» Damien Ehrhardt in Cahiers Schubert 13 (1998).



