Friedrich Wilhelm Riedel (Hg.)
Anton Bruckner - Tradition und Fortschritt in der Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts
![]() |
(Kirchenmusikalische Studien 7)Mit 20 Abb. und 109 Notenbeisp., 400 S., 24 * 17 cm, Broschur mit Fadenheftung |
In der Kirchenmusikgeschichte des 19. Jahrhunderts stellt Bruckner zweifellos eine der zentralen Gestalten dar. Im geistlichen uvre des Organisten am Stift St. Florian, am Linzer Dom und am kaiserlichen Hof spiegelt sich ein Großteil des in jener Zeit innerhalb der katholischen Liturgie gebräuchlichen Repertoires wider. Zwar ist sein Umfang verhältnismäßig gering, aber die Spanne reicht vom schlichten Satz des Dorfkirchenmusikers bis hin zu Kunstwerken allerhöchsten Ranges, mithin ein kleiner, aber höchst bedeutender Beitrag zur Musica Sacra des 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen glanzvoller Enfaltung einer vom Bürgertum getragenen Kirchenmusikpflege und Reformbestrebungen einer puristischen Liturgie- und Kirchenmusikästhetik.
In den neunziger Jahren haben sich die Grenzen gegen Osten geöffnet, und der weite Horizont der alten Donaumonarchie, in der Bruckner lebte, ist der Quellenforschung und historischen Reflexion wieder zugänglich geworden. Daraus resultieren neue, internationale und interdisziplinäre Betrachtungsweisen. Unter diesem Aspekt wird im vorliegenden Band der Versuch unternommen, die von Autoren unterschiedlicher Disziplinen erarbeitete Forschungsergebnisse zu einem Gesamtbild zu vereinen und somit das kirchenmusikalische Schaffen der Epoche zwischen dem Wiener Kongreß und dem Ersten Weltkrieg auf dem Hintergrund der mitteleuropäischen Zeit- und Geistesgeschichte in ihren vielfältigen Erscheinungen zu beleuchten.
«Ausganspunkt [für diesen Sammelband] war die Frage nach der Religiosität, die Riedel in seinem Einleitungsessay beispielhaft behandelt und [wo er] mit einer Reihe von Vorurteilen, die zum teil durchaus auch aus der Zeit Bruckners stammen, aufräumt. Es lohnte sich, diese Grundsatzstudie zur Pflichtlektüre für alle mit Vokalmusik befassten zu machen. ... Alles in allem ist der Aufsatzband eine Tiefschürfung des Problems, die in keiner Brucknerbibliothek fehlen darf.» Manfred Wagner in der Österreichischen Musikzeitschrift 58 (2003).



