Clemens Fanselau
Mehrstimmigkeit in J. S. Bachs Werken für Melodieinstrumente ohne Begleitung
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(Berliner Musik Studien 22)Mit 3 Faksimiles, 356 Notenbeisp. und Personenregister, 24 * 17 cm, 430 S., Broschur mit Fadenheftung |
Johann Sebastian Bachs Werke für Melodieinstrumente sind einzigartige Zeugnisse einer erhabenen polyphonen Kunst. Um einem einzigen Melodieinstrument eine Vollstimmigkeit abzugewinnen, die sonst dem Klavier, der Orgel oder einem Ensemble vorbehalten ist, bedarf es der Beherrschung kunstvoller Techniken. Bach konnte sie aus einer lebendigen Tradition übernehmen und hat sie auf eine neue Höhe geführt. Diese Techniken der latenten und manifesten Mehrstimmigkeit werden hier erstmals im Zusammenhang beschrieben. Aus den Ergebnissen der Satzanalyse sowie der Stil- und Quellenkritik ergeben sich zudem neue Aspekte für die Chronologie der solistischen Kammermusik Bachs.
«Der Leser bekommt aber nicht nur eine umfassende und akribisch dargelegte Phänomenologie aller Techniken latenter und manifester Mehrstimmigkeit geboten, sondern darüber hinaus den bisher vollständigsten Katalog aller einschlägigen Vorgängerwerke seit 1542 sowie scharfsinnig argumentierende Hypothesen zu einer neuen Datierung und Chronologie der Bachschen Werke... Zudem wird infolge der profunden Überlegungen zur Spielpraxis das bestechend klar geschriebene und mit Notenbeispielen exzellent ausgestattete Buch hinfort auch für den Praktiker unentbehrlich sein.» Hans-Joachim Hinrichsen in Österreichische Musikzeitschrift 17 (2005).
«Als Kern von Fanselaus Untersuchungen darf man wohl die mittleren Kapitel betrachten, in denen ... eine Theorie der kompositionstechnischen Möglichkeiten des unbegleiteten Satzes bei Bach entwickelt wird. Diese Theorie kann sich zwar auf gewisse Ansätze in der historischen Satzlehre stützen ..., beruht aber doch im Wesentlichen auf eigener Analyse der Notentexte Bachs. Das Ergebnis ist eine differenzierte Systematik der satztechnischen Phänomene, die sich in Bachs Behandlung der Soloinstrumente ... finden lassen. Dabei kommen auch instrumentengeschichtliche und spielpraktische Probleme zur Sprache ... Sehr verdienstvoll ist es, dass Fanselau sich in einem quellen- und stilkritischen Abschnitt ... mit der Frage der Entstehungszeit der Solo-Kompositionen auseinandersetzt.» Werner Breig in Die Musikforschung 56 (2003).



