Martina Homma (Hg.)
Frau Musica (nova)
Komponieren heute / Composing today Köln 28.-30. Oktober 1998
![]() | Mit Verzeichnissen der Werke von Gabriele Proy und Younghi Pagh-Paan sowie 46 Notenbeisp., 367 S., 24 * 17 cm Inhalt |
Das Kölner Symposion Frau Musica (nova) stößt in eine Lücke, die schon viel zu lange bestand, als daß eine Konferenz mit einer einzigen übergeordneten Fragestellung auch nur einen Teilbereich hätte abdecken können. Daher zielte das Konzept darauf, schlaglichtartig einzelne Aspekte herauszustellen und mehrere Themenbereiche anzusprechen: Grundsatzfragen, nationale Kulturen und Traditionen, individuelle Biographien sowie die Analyse herausragender Einzelwerke. Ein Tag des Symposions galt der analytischen Beschäftigung mit einzelnen Werken von Komponistinnen wie Adriana Hölszky, Grazyna Bacewicz, M. Ptaszyn'ska, K. Saariaho und von Sofija Gubaidulina.
Biographische Beiträge befaßten sich mit der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja und der amerikanischen Komponistin Ruth Crawford Seeger, die in den 20er/30er Jahren zur europäischen wie amerikanischen Avantgarde gehörte und doch ihr Schaffen über Jahrzehnte völlig aufgegeben hatte.
Mit nationalen Perspektiven und Traditionen befaßten sich Beiträge u. a. über Komponistinnen aus Lateinamerika, den USA, Rumänien, Aserbeischan und Polen. Wie erfahren wir Musik von Künstlerinnen, die sich zwischen zwei Traditionen und Kulturen bewegen, wie wirkt sich eine solche Erfahrung der Komponistinnen auf ihre Musik aus? Auf welche Weise assimiliert die in Deutschland lebende Koreanerin Y. Pagh-Paan Momente traditioneller koreanischer Musik? Wie entsteht und klingt neue Musik von Frauen aus einem Land, von dessen Kunstmusik sie auch als Musikerinnen bis in unser Jahrhundert hinein völlig ausgeschlossen waren? Wie finden asiatische Frauen in den USA zu ihrer eigenen Stimme als Komponistin?Welche individuellen kompositorischen Konzepten wurden von europäischen Komponistinnen entwickelt? Ein weiterer Beitrag zeigte Pionierleistungen von Frauen auf dem Gebiet der Musiktechnologie auf. Wie wird eine Komponistin als Frau wahrgenommen - von der Öffentlichkeit und von sich selbst? Spezialistinnen aus Skandinavien gingen dieser Frage aufgrund von (feministischer) Literaturtheorie und anhand von Beispielen junger Komponistinnen nach. Wie stellt sich die Situation von Komponistinnen heute dar, wie werden sie von der Musikforschung wahrgenommen? Diese und weitere Grundsatzfragen wurden in übergreifenden Beiträgen angesprochen.



