Hubert Moßburger
Poetische Harmonik in der Musik Robert Schumanns
![]() | (Musik und Musikanschauung im 19. Jahrhundert 10)Mit 122 Notenbeisp. und Werkregister, 462 S., 24 * 17 cm, Broschur EUR 35,00, bei Abnahme der Reihe: EUR 31,50 ISBN 978-3-89564-079-7 Inhalt |
Eine zentrale Kategorie der Musikanschauung Robert Schumanns ist das Poetische, das mit technisch-rationalen Phänomenen wie der Harmonik unvereinbar erscheint. Schumanns Harmonieverständnis zeigt jedoch bestimmte Analogien zu seinem Poesiebegriff, die auf eine reiche Wechselbeziehung zwischen beiden Momenten hinweisen. In diesem Buch werden die Bedeutungsfelder des Schumannschen Poetischen an der für den musikalischen Ausdruck dieser Kategorie wesentlich partizipierenden Harmonik analytisch konkretisiert.
Die Poetisierung des musikalischen Materials geschieht bei Schumann weniger durch progressive harmonisch-tonale Ideen; vielmehr wird seine Harmonik innerhalb des traditionell Möglichen weitgehend verfeinert. Durch Nutzung der vielfältigen Wechselbeziehungen zu Melodie und Form, aber auch zu historisch verfestigten Verwendungsweisen entwickelt Schumann seine stets die Grenzen der Reinheit bewahrende Harmonik: jene «feineren Schattierungen», die im Sinne des Poetisch-Erahnbaren allenfalls subtil andeuten, ohne prosaisch offen zu legen und verweisen zu wollen. Damit ist Schumanns poetische Harmonik - im Gegensatz zu den tonalitätsauflösenden Tendenzen der französischen und deutschen «Neuromantiker» - zugleich auch eine genuin romantische Harmonik.
In zahlreichen Analysen werden neben ästhetischen auch aufführungspraktische Fragen berührt, womit sich diese Studie auch an den praktischen Musiker wendet.



