Ae-Kyung Choi
Einheit und Mannigfaltigkeit. Eine Studie zu den fünf Symphonien von Isang Yun
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(Berliner Musik Studien 25) |
Mit seinen fünf
Symphonien, entstanden 1982 bis 1987, greift der koreanische Komponist Isang
Yun programmatisch die zentrale Gattung der europäischen Musiktradition
auf, um eine Summe seines gesamten kompositorischen Schaffens zu ziehen. In der
Gattung der Symphonie wollte Yun über die individuelle Auseinandersetzung
mit dem symphonischen Komponieren hinaus etwas Eigenes schaffen, in dem beide
Traditionen bewahrt sind und zugleich ihre Grenzen überschritten werden.
Dafür nutzt der Komponist bewusst Berührungspunkte beider
Traditionen. Das Spiel mit ähnlichen Elementen, die jedoch in der jeweils
anderen Kultur ursprünglich in völlig anderen
Bedeutungszusammenhängen stehen, wird zum zentralen Moment seines
Komponierens. Wesentlich für die Gestaltung wird dabei das Prinzip der
«Einheit in der Mannigfaltigkeit» bzw. «Mannigfaltigkeit in
der Einheit», das sich aus der koreanischen Musiktradition und
taoistischen Philosophie herleitet.
Es ist das Anliegen der Autorin, unter
Einbeziehung europäischer musikwissenschaftlicher Vorgehensweisen und
ostasiatischer Musikvorstellungen Wege zum tieferen Verständnis von Yuns
Symphonik aufzuzeigen. So erschließt sich das Spätwerk Isang Yuns
als Komponieren zwischen beiden Kulturen.



