Carena Sangl

Der Cäcilianismus in Salzburg unter Erzbischof Johannes Kardinal Katschthaler

Abbildung folgt
(Kirchenmusikalische Studien 8)

15 Abb., 352 S., 24 * 17 cm, Broschur mit Fadenheftung

EUR 40,00, bei Abnahme der Reihe: EUR 36,00

ISBN 978-3-89564-113-8

Inhalt >>>

Der Cäcilianismus in Salzburg wurde von Erzbischof Johannes Kardinal Katschthaler (1832-1914) entscheidend geprägt. Neben der speziellen historischen Studie versucht die Autorin in vorliegendem Band ein kirchenmusikalisches Phänomen innerhalb seines historischen, kirchenhistorischen und geistesgeschichtlichen Umfelds zu begreifen, um darin das Beispiel Salzburgs einordnen zu können.

Der Cäcilianismus als Idee an sich wurde durch ein neues, ekklesiologisches und liturgisches Verständnis ermöglicht, das von der Lehre J. M. Sailers nicht zu trennen ist. Hier wurden zeitgeschichtliche, auch vom Pietismus beeinflusste Strömungen, wie Romantik und Historismus, in katholisches Denken zu integrieren versucht. Daraus folgte eine qualitative Aufwertung der Kirchenmusik; in mystifizierender Weise schrieb man ihr Heilscharakter zu. Weil das Mittelalter im 19. Jahrhundert als die »goldene Zeit« des Christentums galt, orientierte man sich in Stil und Form an dieser Epoche. Mit einer weniger inhaltlich als vielmehr formal begründeten kirchlich-restaurativen Haltung sollte vergangenes Geistesleben in die Gegenwart transportiert werden. Im Cäcilianismus, vor allem Regensburger Provenienz unter Leitung Fr. X. Witts, bemühte man sich, die Kirchenmusik in diesem Sinne zu instrumentalisieren, d. h. sie, als Erzieherin des Volkes zu christlichen Tugenden, flächendeckend, also auch für kleine Landkirchen, einsatzfähig zu machen. Die kirchenmusikalischen Teilgebiete wie Volksgesang, Choral, polyphone und instrumentale Musik und Orgelspiel wurden aus diesem Blickwinkel beurteilt und, je nach Wirkung auf das Gemüt, zensiert.
Der Salzburger Caecilienverein folgte unter Katschthaler der Regensburger Richtung. An seiner Geschichte läßt sich erkennen, auf welche Weise der Reformgedanke in der Praxis Fuß faßte und die Kirchenmusik bis ins 20. Jahrhundert hinein beeinflußte.
«Dieses Buch ist eine spezielle, vorbildlich gründliche wie kritische, lokalhistorische Untersuchung zur Wirkung jener prägenden Reformströmung des 19. Jahrhunderts in der kath. Kirchenmusik eben konkret in Salzburg .... Bemerkenswert ist das Schlusskapitel über ‹Frauen in der Kirchenmusik›.» Konrad Klek in Württembergische Blätter für Kirchenmusik 72 (2005).

Pressestimmen

«Es ist ... das große Verdienst der Dissertation Carena Sangls vom momentanen Forschungsstand aus in gebündelter Weise nach den Grundlagen des Cäcilianismus zu fragen. ... [Ihre] sehr fundierte Aufarbeitung des Salzburger Cäcilianismus zeigt, wie sehr der Einfluss Regensburgs und insbesondere Franz Xaver Witts für die ‹ideologische› Ausrichtung der Kirchenmusikreformen maßgeblich war.» Johannes Hoyer in Die Musikforschung 61 (2008).

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