Christoph Meixner
Musiktheater in Regensburg im Zeitalter des Immerwährenden Reichstages
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(Musik und Theater 3)Mit 83 Abb. und Notenbeisp. sowie Orts- und Personenregister, 24 * 17 cm, Hardcover EUR 50,00, bei Abnahme der Reihe: EUR 40,00 |
Als «politischen Purzelbaum» bezeichnete im Jahr 1784 die Berliner Litteratur- und Theaterzeitung die dramatischen Vorgänge um das Regensburger Theaterleben: Der Fürst von Thurn und Taxis hatte als kaiserlicher Prinzipalkommissar die von ihm finanzierte Deutsche Nationalschaubühne zugunsten einer «glänzenden italienischen freyen Oper» aufgelöst - gegen den Widerstand der Reichstagsgesandten. Es folgte ein offener Schlagabtausch um die Theaterhoheit, der u. a. im gegenseitigen Boykott der Opern- und Schauspielaufführungen seinen Ausdruck fand.
Diese Episode macht
die Sonderstellung sichtbar, die die Stadt des Immerwährenden Reichstags
unter den Theaterspielstätten des 17. und 18. Jahrhunderts einnahm. Nur
hier war es möglich, daß eine reichsstädtische Musik- und
Festkultur und eine reichsfürstliche Hofkultur in ihren unterschiedlichen
Ausrichtungen nebeneinander bestehen konnten, während ein fein abgestuftes
Reichstagszeremoniell politische Auseinandersetzungen in kultivierte Bahnen
lenkte - bis hinein in die Theatersäle.
Auf der Basis neu
erschlossener Quellen beschreibt der Autor die Entwicklung einer
städtischen Theaterkultur, die über fast zwei Jahrhunderte hinweg an
einem politischen Brennpunkt Europas einer Vielzahl unterschiedlicher
Kräfte ausgesetzt war; ein Spannungsfeld, das unter fürstlicher
Ägide aber auch einen einzigartigen Knotenpunkt im europaweiten Netzwerk
der höfischen Opernbetriebe entstehen ließ.
Pressestimmen
«Christoph Meixner ist es auf unnachahmliche Weise gelungen, die Entwicklung der Theatergeschichte Regensburgs immer wieder mit politischen Details, Hintergründen und Handlungen zu verknüpfen und seine Ergebnisse in den kulturgeschichtlichen Kontext in Europa einzuordnen. Entstanden ist so ein neues, ein deutlich verändertes Bild der Theatergeschichte, das der Autor in einer sprachlichen Form präsentiert, die einfach lesbar, in großen Teilen geradezu fesselnd ist. Das ist in der wissenschaftlichen Literatur nicht selbstverständlich, im Bereich von Dissertationen aber geradezu eine Rarität.»
(Thomas Emmerig in: MusikTheorie 24 (2009), H. 4, S. 375)
«Trotz problematischer Quellenlage zählt Regensburg dank Meixners Studien jetzt zu den am besten erforschten Theaterzentren im deutschsprachigen Raum.»
(Albert Gier in: Mitteilungen des Dokumentationszentrums für
Librettoforschung 17 (2009), S. 28f.)
«Von einer Dissertation ... erwarten potenzielle Leser eine zwar faktenreiche, aber eher trocken-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem bisher nicht untersuchten Thema. Damit räumt Meixner gründlich auf: Sein Buch liest sich auf weite Strecken wie ein Historien-Krimi; er meidet Spekulatives, stützt jede seiner oft verblüffenden Erkenntnisse auf ausführlich dokumentierte Fakten, weiß mit Detailkenntnis und flüssig geschilderten Tatsachen zu fesseln....»
(Gerhard Heldt in: Mittelbayerische Zeitung vom 6.6.2008)
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