Thomas Radecke
Theatermusik / Musiktheater. Shakespeare-Dramen auf deutschen Bühnen um 1800
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(Musik und Theater 2)Mit 10 Abb., 11 Text- und 144 Noten-Faksimiles sowie Register, 504 S., 24 * 17 cm, Hardcover |
Auf dem Theater wie
im Leben ist Shakespeare für nicht wenige deutsche Literaten und
Philosophen um 1800 «Der Mensch! Die Welt! Alles!»
(Gerstenberg)
Dabei schlugen seine Dramen als verspäteter Import auf
deutschen Bühnen zunächst keineswegs wie eine Initialzündung
ein, wurden sie doch von Wandertruppen erst lange anonym verballhornt. In
Wielands Übersetzungen eroberte Shakespeare zunächst die Bretter
deutscher Bücherregale. Doch erst durch Bearbeitungen mit Musik von jener
Tragweite, wie sie von ihm selbst angelegt worden ist, erstürmt
Shakespeare die Bretter, die die Welt bedeuten: «Theater, Kouliße,
Komödiant, Nachahmung ist verschwunden.» (Herder)
Herder,
Goethe, Lenz und Schiller empfanden Shakespeares Stücke wie eine Befreiung
aus aristotelischem Maßregelvollzug. Für Komponisten wie
André, Benda, Reichardt oder Seyfried bedeutete die Aufgabe, einen
Shakespeare bühnenwirksam zum Klingen zu bringen, einen Freibrief zum
Experimentieren, wie sie ihn von einem Opernlibrettisten kaum ausgestellt
bekamen. Radecke zeigt erstmals systematisch, wie die ästhetische
Rezeption und dramaturgische Verarbeitung des Phänomens Shakespeare die
Schauspielmusik in ihrer Blütezeit zu einem integralen Medium
theatralischer Illusionsbildung werden ließ und auch der Musik an sich
neue Stilmittel erschloss.
»»» „Insgesamt handelt es sich um eine grundlegende Arbeit, die durch einen bedeutenden Anhang (Quellen- und Literaturverzeichnis, umfassende Dramentext- und Partiturfaksimiles, Tabellen zur Versmetrik und zu poetischen Stilmitteln) abgerundet wird.“ Arnold Jacobshagen in Die Musikforschung 2010, S. 444f. «««



