Sabine Sanio
1968 und die Avantgarde
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EDITION PP 2132 S. mit Notenbeisp., 21 × 13,5 cm, Broschur mit Fadenheftung |
Die Jubiläumskultur hat in den zurückliegenden Monaten gründlich zugepackt. So gut wie alle Aspekte der politischen «Bewegungen» von 1968, die West- und Ost-Europa erfassten, wurden auf Symposien erörtert, in den Feuilletons pointiert und in neuen Buchpublikationen dargelegt. Die mediale Aufbereitung des «Baader-Meinhof-Komplexes» verspricht die Kinos zu füllen. Im Kontrast zu scharfgeschossenen nachgestellten Bildern konzentriert sich die Studie von Sabine Sanio auf einige geistige und künstlerische Voraussetzungen dessen, was von 1968 an Künste und Lebensstile zu verändern begann. Sie spürt der (stark französisch geprägten) Idee, «den Alltag zu revolutionieren», seit den Hochzeiten der Surrealisten und Dadaisten nach, beschreibt die Migration «situationistischer» Konzepte und rühmt all das, was mit Künstlern wie John Cage oder Nam June Paik an Enthierarchisierung und kunstimmanenter Demokratisierungsvorstellung nach Europa kam und dort nachhaltig wirkte. Auch die Parallelbewegungen im europäischen Avantgarde-Betrieb zu den Entwicklungen in den USA - und insbesondere die Zusammenhänge zwischen musikalischen Innovationen zu denen der Bildenden Künste. Unabhängig vom aktuellen Anlass umreißen zehn Essays ein zentrales Feld der Ästhetik der Moderne - und engagieren sich in ihm.



