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Knud Breyer

Komponierte Geschichte

Johannes Brahms' spätes Klavierwerk und die Idee eines historisch-systematischen Gattungskompendiums

Abbildung folgt
(Musik und Musikanschauung im 19. Jahrhundert 16)

Teil 1: 444 Seiten, Teil 2: 128 Seiten, zahlreiche Notenbeispiele, 24×17 cm, Broschur mit Fadenheftung

ISBN 978-3-89564-153-4

EUR [D] 72,00 | EUR [A] 74,10

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„Mit dem 60. nun wäre höchste Zeit aufzuhören - auch ohne besonderen Grund“ schrieb Brahms im August 1894 an Clara Schumann - und erklärte sein Werk damit für beendet. Für diesen Abschluss seines Schaffens wählte er dann, entgegen aller Erwartung, ausgerechnet Klavierminiaturen - schlichte Gelegenheitswerke, wie die meisten seiner Zeitgenossen meinten. Welches Ziel mag er mit diesen Stücken verfolgt haben?

Die besondere Bedeutung der späten Klavierstücke im Hinblick auf das Gesamtwerk, ihr innerer Zusammenhang untereinander sowie ihre intellektuelle Aufgabenstellung wurden in der Brahmsforschung bisher kaum erörtert. Als lyrische Klavierstücke fügen sie sich nicht in das gängige Deutungsschema vom „janusköpfigen“ Brahms, dem es vor allem im Spätwerk um die Bewahrung klassischer Gattungstraditionen bei zukunftsweisender Materialbehandlung gegangen sei.

Diese Studie fördert tiefere Dimensionen von Brahms' späten Klavierstücken zutage. So weist sie deren enge opusübergreifende Zusammenhänge auf motivischer und formaler Ebene nach. Insbesondere jedoch arbeitet der Autor ein wesentliches Merkmal des brahmsschen Geschichtsbewusstseins heraus: Wie die Untersuchung zeigt, legte Brahms sein Werk als ein historisches Gattungskompendium an, in dem er sich systematisch jede Gattung gemäß ihres historischen Erscheinungsbilds im kompositorischen Nachvollzug erschloss. Den Schlusspunkt bildet das späte Klavierwerk.

Mittels Zitaten und Allusionen offenbaren sich im brahmsschen Spätwerk historische Schichtungen und Gegenüberstellungen, die mehrere Jahrhunderte der vielfältigen Geschichte des Klavierstücks zusammenfassen.

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