Anna-Christine Rhode-Jüchtern

Schrekers ungleiche Töchter. Grete von Zieritz und Charlotte Schlesinger in NS-Zeit und Exil

Abbildung folgt
(Berliner Musik Studien 30)

Mit Abb. und Notenbeisp., 456 S., 24 * 17 cm, Broschur

EUR 42,00

ISBN 978-3-89564-127-5

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Infoblatt mit Inhaltsverzeichnis
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Zwei Komponistinnen aus der Zeit der Weimarer Republik, beide Schülerinnen Franz Schrekers, werden in den gesellschaftlichen, politischen und musikalischen Verwerfungen ihrer Zeit vorgestellt: die vergessene Charlotte Schlesinger und die gefeierte Grete von Zieritz.

Jene wird auf den verschlungenen Pfaden des Exils wieder entdeckt, diese, in den späten 1980er Jahren zu Ruhm gelangt, durchaus auch in ihrer konservativen Grundhaltung und ihrer kulturellen Identität im NS-Staat geschildert. Das Buch ist Teil einer musikwissenschaftlichen Frauen-Exil-Forschung, die an zwei Einzelfällen die Ursprünge der Vertreibungen nach 1933 in der Weimarer Republik aufzeigt. In den Schicksalen der beiden «ungleichen Töchter» Schrekers spiegelt sich der Antisemitismus als kultureller Code konservativer Frauenverbände der Weimarer Zeit wider.

Zugleich wird die Bedeutung der Hochschule für Musik Berlin für die Förderung von Frauen beschrieben. Aber es wird auch deutlich, was Frauen daran hinderte, sich an der Entwicklung der musikalischen Moderne zu beteiligen.

Pressestimme

«Mit der kapitelweisen Parallelführung der Lebensschicksale von Zieritz und Schlesinger wagt die Autorin viel, wobei sie in eingeschobenen «Zeitfenster-Kapiteln» zu Themen wie «Die Ausstellung ‹Frau in Haus und Beruf› 1912» oder «Die Ausstellung in Berlin: ‹Das deutsche Volkslied› 1938» zusätzlich den historisch-soziologischen Bedingungsraum der beiden Komponistinnen beleuchtet. Das Schicksal der als Jüdin dem rassistischen Verdikt der Nazis unterworfenen Schlesinger lässt dabei das Mitläufertum der Grete von Zieritz in noch grelleren Farben erscheinen. ...

Spannend, wie sie neugierig macht auf die frühen Werk-Blüten der jungen Charlotte Schlesinger. Im Mikrokosmos dieser beiden Frauenschicksale macht die Autorin zudem deutlich, wie chancenlos die erste Komponistinnengeneration durch die Unwägbarkeiten des damaligen Umfeldes war, wie abgeschnitten das weibliche kompositorische Schaffen.» (Verena Naegele in Schweizer Musikzeitung 12 (2009), Heft 7/8; Näheres unter: www.musikzeitung.ch

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